Antonie Demmel | Ganzheitlicher Gesundheitscoach

Blog neue Ansicht

Kommentar zum Artikel von Dr. Christina Berndt „Wer Tiere liebt, sollte sie essen.“ aus der Süddeutschen Zeitung vom 23. April 2022

(Zitate aus dem Artikel sind kursiv gekennzeichnet.)

Schon lange war ich nicht mehr so erzürnt über ein literarisches „Werk“. Das letzte Mal, als ich ähnliche Sympathien gegen den Autor hegte, war zur Schulzeit, als ich Effi Briest von Theodor Fontane lesen musste. 

Dieses Mal jedoch kam mein Blut richtig in Wallung. So viele Fragezeichen und What-the-Fuck-Momente hatte ich schon lange nicht mehr. Utopia und einige andere haben den Artikel bereits kommentiert, allerdings andere Facetten in den Vordergrund gestellt. In meinem Kommentar gehe ich vielmehr auf ethische Gesichtspunkte ein. 

Der besagte Artikel beschreibt die große Tierliebe in Deutschland. Die Anzahl an Vegetariern und auch Veganern steige immer mehr an. Hier beginnt schon das große „Problem“ des Artikels:

Wenn es nur Veganer gäbe, wäre unsere Welt eine traurige. Denn dann gäbe es ja keine Nutztiere. Wirklich eine traurige Welt, in der man keine Nutztiere streicheln und anschauen könne. Sprich: Keine Tiere zu essen würde bedeuten, dass man keine mehr bräuchte. (Das Wort „Nutztiere“ an sich wäre schon einen ganzen Artikel wert uns sollte meiner Meinung nach aus dem Wortschatz gestrichen werden, genauso wie „Neger“ und andere diskriminierende Wörter.)

WTF-Moment #1: 

Die einzige Existenzberechtigung von Nutztieren ist, dass man sie isst.

„Nirgendwo träfe man dann noch auf ein Schaf. (…) (Man) würde (…) an tristen Wiesen vorbeifahren, auf denen Sonnenkollektoren stehen.“

Liebe Frau Berndt, den Zweck eines Tieres nur als Fleischlieferant zu sehen, ist wirklich debil.

Ich lade sie herzlich zu uns an den Billesberger Hof nach Moosinning ein. Wir haben an die 100 Bergschafe, deren Job es ist, unwegsames Gelände abzugrasen. Die kleinen Klauen der Schafe werden übrigens sogar als „Goldener Tritt“ bezeichnet. Ihre Klauen mitsamt Körpergewicht sind schwer genug, um den Boden zu verdichten und so das Wachstum der Flora anzuregen, aber nicht so schwer, als dass sie die Grasnarbe zerstören würden. Wir am Hof sind übrigens kein Exot. Oder haben Sie schon mal jemanden mit Rasenmäher auf einer steilen Alm umherfahren gesehen? Nein, denn Kühe weiden Almen ab.

Und vielleicht schauen Sie auch mal genauer hin, wenn Sie an den Sonnenkollektoren vorbeifahren. Denn unter diesen wächst – oh Wunder!- ebenfalls Gras. Schon mal darüber nachgedacht, wer das abmäht? Genau, Schafe und Ziegen grasen dies zum Beispiel ab. 

Kurzum: Tiere sind zu so viel mehr auf dieser Erde, als uns nur unfreiwillig ihr Fleisch zu liefern.

WTF-Moment #2: 

Tiere müssen einen ökonomischen Sinn haben. Sei es, dass sie Geld bringen oder man sie essen kann.

Wenn man sich eine Katze anschafft, dann ja wohl, um sie zu melken, oder? Und einen Hund schert man für seine Wolle, richtig? Goldfische und Kanarienvögel schmecken übrigens richtig gut auf dem Grill. Und Leberkäse aus Pferd ist ohnehin der beste.

Klingt komisch, oder? Denn Tier ist doch Tier. Und jedes Tier hat Gefühle, kann Schmerzen erleiden und hat eine Seele. Bei unseren Haustieren würde man nicht im Leben darauf kommen, sie einem Existenzberechtigungs-Check zu unterziehen. Denn sie geben uns viel zurück. Ihre Liebe, Aufmerksamkeit, Geduld und ihr Verständnis für die Rasse Mensch. Warum aber kann das nicht für alle Tierrassen gelten? Schafe sind total verschmust, man kann genauso mit ihnen umherspazieren wie mit einem Hund. Kühe sind zwar nicht so elegant wie Pferde, aber ebenso liebenswert. Und Schweine lieben es genauso gekrault zu werden wie Katzen.

WTF-Moment #3: Wenn man Tiere nicht mehr isst, dann verhindert man ihr ganzes Leben und somit auch ihr Glück. 

Denn wenn man Tiere fragen würde, würden sie sich sicherlich für ein „glückliches“ Leben und einen Tod mitsamt anschließendem Aufgegessen- oder Weggeworfenwerden entscheiden. 

Hääääähhhhh?!? Sorry, aber ich muss mich kurz übergeben. 

Verglichen wurde diese Aussage mit Frauen, die in gewalttätigen Beziehungen leben. Denn diese Frauen würden es – salopp formuliert – vorziehen zu leben und zwischendurch verprügelt zu werden, als gar nicht zu leben. Das setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Bitte versteht mich nicht falsch: Flüchtlinge, Kriegsopfer, Gewaltopfer. All diesen Menschen geschieht größtes Unrecht und sie suchen es sich ganz bestimmt nicht aus. Aber das Unrecht an Tieren mit gewalttätigen Beziehungen zu vergleichen und daraus die Rechtfertigung für das Unleid zu folgern, ist echt krank. Für Unrecht an Tieren und Menschen gilt gleichermaßen: Es ist falsch. 

Trotzdem: Tiere suchen es sich sicherlich nicht aus. Und Tiere können nicht einfach gehen! Nochmal: Tiere können nicht ins Frauenhaus, Tiere haben keine Anwälte, Tiere können sich nicht selbst ins Krankenhaus schleppen oder die Polizei anrufen. Tiere werden einfach benutzt nach unserem Willen. Kühen wird ihr Kalb nach der Geburt entrissen, egal wie sehr und wie lang beide schreien. Kranke Ferkel werden einfach erschlagen und sind nach dieser Prozedur oftmals nicht tot, sondern laufen in Todesangst quiekend mit heraushängenden Augäpfeln umher. Hühner kanibalisieren sich gegenseitig bis zum Tod, weil sie schwer depressiv sind und nie einen Sonnenstrahl, Grashalm oder einen großen Auslauf erblicken. Und wer jetzt sagt: „Ja aber es geht doch nicht allen Tieren so schlecht“, dem sei gesagt: Doch, der absoluten Mehrzahl der „Nutztiere“ geht es schlecht und sie sind weit entfernt von artgerechter Haltung!

Leid gehört zum Leben teilweise dazu. Aber oft ist es selbst gewähltes Leid und wir Menschen haben es meistens selbst in der Hand. Noch dazu ist bei uns Menschen in den seltensten Fällen das ganze Leben eine einzige Misere. Bei Tieren ist es nicht selbst gewählt und trotzdem von Dauer, so dass oftmals ihr Tod als Erlösung erscheint. 

Das schlimme aber ist: Es geht nicht darum, wie sich Tiere entscheiden würden, wenn man sie vor diese Wahl stellen würde. Sondern es geht vielmehr um die viel tiefer gehende Frage: Warum müssen Tiere in diesem Ausmaß und in dieser Grausamkeit überhaupt für uns sterben? Wer gibt uns das Recht, darüber zu entscheiden? 

WTF-Moment #4: Man kann Tiere nicht fragen, wie sie das Ganze sehen.

Kurze und schmerzlose Antwort: Doch, kann man.

Die Anzahl an seriösen Tierkommunikatoren und Tierverhaltensspezialisten wird immer größer. Diese sind durchaus in der Lage, die Gedanken- und Gefühlswelt der Tiere auf „Menschisch“ zu übersetzen.

Meine Ausbildung zum Tierkommunikator habe ich bei Laurent Amann gemacht, auch bekannt als der Tierflüsterer. Im Rahmen der Ausbildung und auch danach habe ich viel geübt, vor allem mit unseren Tieren am Hof. Und deren Antworten und vielmehr Weisheiten sind alles andere als trivial. Nur weil sie nicht in der selben Sprache sprechen wie wir, heißt das nicht, dass sie nicht kommunizieren können oder ihr Niveau unter dem unseren ist. Man muss sich schlichtweg die Zeit nehmen, um ihnen zuzuhören. Dass eine „fremde“ und vielen unbekannte Sprache gleichgesetzt wird mit unmündig und unwürdig, ist bezeichnend für unsere Spezies Mensch. So wurden schon indigene Bevölkerungen ihrer Rechte beraubt. Wir Menschen erdreisten uns, diese Frage für sie zu entscheiden!

„Anders als die Würde des Menschen ist die Würde des Nutztieres aber nicht unantastbar. Nur die wenigsten Tiere, darunter Menschenaffen, erreichen Bewusstseinszustände, die ihnen jene Würde und Rechte verleihen.“ – Wer sagt das? Wir Menschen, die diese Gesetze geschrieben haben? 

Aha, jetzt muss man schon einen gewissen Bewusstseinszustand erreicht haben, um eigener Rechte würdig zu sein. Und jemand, der im Koma liegt, der kommt auch ins Hackfleisch, oder wie?

Gerne beschriebe ich hier auszugsweise ein paar Gedanken unserer Tiere am Hof:

Beispiel 1) Kater Hathi

„Ihr Menschen seid wie Schauspieler in einem Theater und das Theater nennt ihr euer Leben. Wir (Katzen) sind die Zuschauer. Alles ist so starr, unecht, gehetzt. Seid langsam im Leben und schnell im Spiel. (…) Warum schaut ihr Menschen immer nach unten? Vor Euch ist das Leben, auf der Erde lauft ihr nur. Seid frei, seid spielerisch, seid wild.“

Beispiel 2) Schaf Chantal, die kurz zuvor ihr zu früh geborenes Lamm verloren hatte.

„Ein Kind zeigt dir, was wichtig ist im eigenen Leben. Es ist wie ein Wegweiser. Ein Wegweiser für die eigene Heilung.“

Tiere sind weise. Tiere merken ALLES.

Sie lesen in uns wie in einem Buch. Sie merken, wenn es Artgenossen schlecht geht, wenn ein anderes Tier getötet wird, wenn jemand aus der Herde fehlt. Was denkt ihr, geht in einem Tier vor, das Blut sieht und riecht? Einfacher gefragt: Wie würde es Dir gehen, wenn du Menschenblut siehst und riechst?

WTF-Moment #5: Man isst natürlich nur die Tiere, die unter Mindeststandards leben.

Liebe Frau Berndt, sie schreiben das so, als sei es ein absoluter No-Brainer. Für mich ist das klar und für manche andere auch. Allerdings nicht für den Großteil der Menschheit. Immer wieder werden Tierschutzskandale aufgedeckt. Aber der Mensch an sich ist leider ein bequemes Wesen, das das eigene kurzzeitige Wohlbefinden weitaus höher ansiedelt als das Recht auf ein artgerechtes Leben von Tieren. Diese Aussage ist so ignorant, dass ich gar nicht näher darauf eingehe. Wer an der Wahrheit interessiert ist, dem stehen viele Informationsquellen offen. Die Seite von Peta ist ein guter Startpunkt. Tränen, Trauer und Wut sind übliche Reaktionen auf deren Berichterstattungen.

Und wer jetzt abschließend sagt: „Schön und gut, aber Tiere töten und essen sich doch auch gegenseitig, warum darf ich es dann nicht töten und essen?“ Dem kann ich eins sagen: Ja, du hast Recht. Aber: 

Tiere töten andere Tiere, um zu überleben. Lies das nochmal: Tiere töten, um selbst zu überleben! 

Nicht wie wir Menschen, die mit Kalkül, oftmals grausam und dauerhaft und aus dem Gedanken töten „Tiere zu essen ist ja so etwas wie mein Grundrecht“.

Tiere töten nur so viel, wie sie brauchen und selbst essen. Oder habt ihr schon mal eine Maus gesehen, die am Tag 50 Mäuse fängt und sie dann liegen lässt, weil sie sich denkt: „Mmmhnöööö, das MHD ist jetzt aber schon fast abgelaufen. Die schmeiß ich doch lieber weg!“ Oder ein Löwe, der nach Tötung einer Antilope sagt: „Hoppala, eigentlich hatte ich ja gar keinen Hunger. Ich war nur frustriert, weil mich meine Löwenfrau gerade so angezickt hat. Naja egal, hat ja eh nur ihr Leben gekostet.“

Der Durchschnittsmensch von heute hat kein Maß und nur wenig Gefühl für das Leid von anderen Wesen. Das „viel-zu-viel“ ist heutzutage das Problem. 

Die große Gefahr dieses Artikels liegt meiner Meinung nach nicht darin, dass die Kausalität nicht ganz stimmig ist. Auch nicht, dass überzeugte Veganer sich plötzlich denken könnten: „Shit! Ich tausche mein Sojaschnitzel doch lieber wieder gegen ein Wiener Schnitzel ein, denn sonst gibt es bald gar keine Nutztiere mehr!“ Sondern darin, dass Menschen, die ohnehin nicht viel über ihren Fleischkonsum oder den Konsum von tierischen Produkten nachdenken, sich nun auch noch moralisch gerechtfertigt fühlen, weil sie ja mit ihren Chicken McNuggets oder ihren 99 Cent Schweine-Koteletts die Welt der Nutztiere retten. Vielleicht könnte man ja in der Zukunft über einen Christina-Berndt-Orden nachdenken, der an besonders eifrige Fleischesser verliehen wird. Zur Rettung der Welt der Nutztiere.

Antonie Demmel, 4. Mai 2022

In dieser Folge erfährst du:

  • Wie die beiden über Umwege und Tiefschläge auf ihre jetzige Karriere kamen und wie man Stoffwechsel Coach werden kann
  • Ab wann Markus sich Gedanken um seine Gesundheit gemacht hat
  • Wie Markus eine Verletzung überwand, die seine Ärzte als Ende seiner Karriere eingestuft hatten
  • Maries gesundheitlicher „Aha Moment“ und welche beruflichen Schlüsse sie daraus zog
  • Wie man seine Zellenergie erhöhen kann, damit sich unser Körper selbst heilen kann
  • Was Stoffwechsel eigentlich bedeutet und welche Sache ihn am meisten negativ beeinflusst, die du wohl bislang unterschätzt hast 
  • Was die Pille mit Maries Körper gemacht hat und auch mit deinem Körper machen kann 
  • Dos and Donts in Bezug auf den Stoffwechsel 
  • Was du über Obst vermutlich noch nicht wusstest und wie viel du in Zukunft davon essen solltest 
  • Was Stoffwechsel mit dem Abnehmen zu tun hat
  • Warum es nicht wahr ist, dass manche einen guten und einen schlechten Stoffwechsel haben 
  • Was kaltes Wasser für deinen Körper bedeutet
  • Was ein Grund für chronische Müdigkeit sein könnte
  • Top Tips, um den Stoffwechsel anzuheizen und leichter abzunehmen, die für jeden Menschen gültig sind 
  • Welche Bedeutung (tiefes) Atmen hat
  • Warum bei Marie & Markus alle (ja, ALLE!) Lebensmittel erlaubt sind 
  • Was Alltagskrankheiten mit Zellenergie zu tun haben 
  • Was dein Umfeld, dein Denken und deine Wortwahl mit deiner Gesundheit zu tun haben kann 
  • Was die beiden an sich gerne noch verändern würden 
  • Was aus Sicht von Profitriathlet Markus der wichtigste Ratschlag ist, um gesund und erfolgreich zu sein 
  • Und vieles mehr…

Ihre Websites:

www.markus-hoermann.com

www.mariehoermann.com

Büchertips von Marie & Markus Hörmann: 

Natürlich und sicher – Das Praxisbuch, Familienplanung mit Sensiplan; Herausgegeben von Arbeitsgruppe nfp

Bruce H. Lipton: „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“

Beate und Gerhard Schmitt: „Zellenergie ist Lebensenergie – Ihre Glücksformel für mehr Power, Lebenslust und straffe Kurven. Mit vielen Tipps zur sinnvollen Nahrungsoptimierung“

Erfahrt in dieser Folge:

  • Wie Anna-Marias Weg zur Hebamme aussah und wie man Hebamme werden kann
  • Wie und wo dich eine Hebamme unterstützen kann
  • Wann man sich eine Hebamme suchen sollte und was man tun kann, wenn man keine Hebamme findet
  • Ob ein Onlinekurs zur Geburtsvorbereitung ausreichend ist 
  • Wie Anna-Marias Onlinekurs konzipiert ist und was das Besondere daran ist und warum normale Geburtsvorbereitungskurse manchmal gar nicht so sinnvoll sind 
  • Wie meine eigene Geburt ablief 
  • Ob Geburt immer schmerzhaft sein muss
  • Wie eine Geburt in Grundzügen abläuft 
  • Erstaunliches über die Plazenta
  • Dinge bei der Geburt, die die meisten überraschen werden
  • Tips für Gebärende und Partner
  • Anna Marias Haltung zu Kaiserschnitten, PDAs etc.
  • Was mir persönlich geholfen hat, die Geburt gut zu überstehen
  • Welcher Raum und Rahmen der beste für eine Geburt ist und für wen eine Hausgeburt eine Möglichkeit wäre 
  • Welche Dinge helfen können, eine Geburt anzuregen
  • Die Wichtigkeit des Wochenbetts und die Bedeutung von Ruhe
  • Und vieles mehr…

Links:

Meine Lieblingsbücher in der Schwangerschaft:

Erfahre in dieser Folge mit Kräuterpädagogin Victoria Lorenz:

  • Was deine Darmbakterien mit Übergewicht, deiner Gesundheit und dem Immunsystem zu tun haben.
  • Wie sich eine ungesunde Darmflora auf deine Psyche auswirken und sogar Depressionen verursachen kann.
  • Warum zu viel Hygiene gar nicht so gut ist. 
  • Die 5 Hauptgründe, die dein Mikrobiom (deine Darmflora) kaputt machen.
  • Was Kaiserschnitt und Stillen mit deinem Immunsystem zu tun haben.
  • Wie du durch deinen Lebensstil deinen Darm heilen kannst.
  • Wie Fermentation funktioniert und was man alles fermentieren kann.
  • Wie oft man Fermentiertes essen sollte und dass viel nicht immer gleich viel hilft.
  • Wie man ganz leicht selbst zuhause fermentieren kann.
  • Wie Fermentation unsere Welt schon vor vielen Jahren verändert hat.
  • Wo es regionales Superfood gibt und warum es viel gesünder ist als das importierte Superfood. 
  • Wie wir durch regionale Kräuter wieder zu einem besseren Bauchgefühl gelangen können.
  • Wie man Brennnessel essen kann, ohne sich Zunge und Hände zu „verbrennen“. 
  • Was wahre Naturkosmetik eigentlich ist und wie man sie ganz easy selbst herstellen kann.
  • Victorias Empfehlungen für Naturkosmetik Marken.
  • Victorias Überraschung für Euch und vieles mehr…

Weiterführende Links 

Instagram von Victoria: @vildvuchs 

Alle Events und Workshops mit Terminen

Naturkosmetik München 

Urbarium Heidelberg 

Victorias Buchtip: „The Big Five for Life“ von John Strelecky

Erfahre in dieser Folge mit Biobauer Amadé Billesberger:

  • Was man seinem Körper schon am Morgen Gutes tun kann
  • Wie man ein Biobauer werden kann und auch hilfreiche Tips für alle Hobbygärtner oder die, die es werden wollen =)
  • Warum „Regionalität“ beim Essen und Einkaufen nicht ausreichend ist
  • Wie sich konventionelle Produkte sich bis auf die Zellstruktur auswirken
  • Rawfood, kein Getreide, zuckerfrei, vegan… Was ist nun gesund und wichtig, was nicht und wie es sich auf den Körper auswirkt.
  • Warum man sich sein Essen nicht wieder erwärmen sollte.
  • Warum Fett nicht fett macht.
  • Warum es uns so schwer fällt, uns gesund zu ernähren.
  • Welche Top 3 an Lebensmitteln man unbedingt in sein Leben integrieren und welche drei man unbedingt weglassen sollte.
  • Wie man sein Leben plastikfreier gestalten kann.
  • Worauf man beim Kleiderkauf achten sollte.
  • Wie jeder ein resourcenschondenderes und nachhaltigeres Leben führen und womit man wirklich einen Unterschied machen kann.
  • Und vieles mehr…

Weiterführende Links:

Bücher:

Sehenswerte Filme:

Wo es Billesberger Produkte gibt (keine vollständige Aufzählung):

Erfahre in dieser Folge:

  • Wie man ohne große Erfahrungen beginnen kann Marathon zu laufen und innerhalb eines Jahres sogar einen Ultramarathon bestreiten kann.
  • Wie man sich am besten vorbereitet und woher man umsonst super Laufpläne bekommt.
  • Tips wie man den inneren Schweinehund überwindet – Marina hat eigentlich NIE Lust auf einen langen Lauf!
  • Welche Rolle Ernährung bei Marina spielt und ob man alles essen kann, was man will, wenn man Ultramarathonläuferin ist.
  • Ihre Erfahrungen auf dem Jakobsweg.
  • Was die Krankheit ihrer Mutter mit Marinas Marathonmotivation zu tun hat.
  • Wo der Körper seine Grenzen zeigt und wann man auf ihn hören sollte.
  • Wie man am besten mit Rückschlägen beim Sport umgeht.
  • Wie man mit tightem Budget um die Welt reisen kann.
  • Wie man die eigenen Glaubenssätze in Bezug auf ein eigenes Business überwindet.
  • Wie man organisch seine Social Media Follower steigert und ob es sich lohnt, Follower zu kaufen.
  • Wie man sich selbst organisiert, um vielen Interessen und Hobbys nachzugehen und welche Eigenschaften dabei wichtig sind.
  • Die Morgenroutine von Marina.
  • Marinas Weg für mehr Selbstliebe und Vitamin L.
  • Und vieles vieles mehr…

Weiterführende Infos:

Erfahre in dieser Folge

  • Wie sich Ralf selbst aus einem Sumpf aus Drogen und Alkohol befreit hat
  • Wodurch er die Ängste aufgelöst hat, die ihn seit seiner Kindheit verfolgen
  • Was the Work of Byron Katie eigentlich ist und wie es den Beginn eines neuen Lebens bedeuten kann
  • Wie wir durch the Work unseren wahren Kern entdecken, Herzensfreude empfinden und in uns Platz für Neues schaffen können 
  • Wann man weiß, dass eine Beziehung zu Ende ist und wie man aus einer ungesunden Beziehung herauskommt 
  • Wie wir mit stressigen und schwierigen Situationen wie Trennungen, Arbeitsplatzverlust und Schicksalsschlägen klarkommen können inkl. einem Notfallplan
  • Und warum wir immer den nächsten Schritt gehen können, egal wie ausweglos die Situation erscheint
  • Wie wir die Angst überwinden können, die uns beherrscht und uns vor wichtigen Handlungen abhält
  • Wie man andere aber vor allem sich selbst mehr lieben kann
  • Warum das, was wir über andere denken, viel mehr über uns selbst aussagt
  • Warum wir uns erst um uns selbst kümmern sollten, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen und
  • Was DIE Frage für ein glückliches, friedvolles und liebevolles Leben ist

Begleitende Infos zu der Folge:

Erfahrt in dieser Folge:

  • Wie Anna-Marias Weg zur Hebamme aussah und wie man Hebamme werden kann
  • Wie und wo dich eine Hebamme unterstützen kann
  • Wann man sich eine Hebamme suchen sollte und was man tun kann, wenn man keine Hebamme findet
  • Ob ein Onlinekurs zur Geburtsvorbereitung ausreichend ist 
  • Wie Anna-Marias Onlinekurs konzipiert ist und was das Besondere daran ist und warum normale Geburtsvorbereitungskurse manchmal gar nicht so sinnvoll sind 
  • Wie meine eigene Geburt ablief 
  • Ob Geburt immer schmerzhaft sein muss
  • Wie eine Geburt in Grundzügen abläuft 
  • Erstaunliches über die Plazenta
  • Dinge bei der Geburt, die die meisten überraschen werden
  • Tips für Gebärende und Partner
  • Anna Marias Haltung zu Kaiserschnitten, PDAs etc.
  • Was mir persönlich geholfen hat, die Geburt gut zu überstehen
  • Welcher Raum und Rahmen der beste für eine Geburt ist und für wen eine Hausgeburt eine Möglichkeit wäre 
  • Welche Dinge helfen können, eine Geburt anzuregen
  • Die Wichtigkeit des Wochenbetts und die Bedeutung von Ruhe
  • Und vieles mehr…

Links:

Meine Lieblingsbücher in der Schwangerschaft:

In den letzten Wochen ging mir viel im Kopf herum. Gegen Jahresende mache ich immer eine Rückschau aufs vergangene Jahr. Wofür bin ich dankbar zum Beispiel. Dann blättere ich durch meinen Kalender, in dem ich alles festhalte, wo ich mit wem unterwegs war, in welchen Urlauben ich war, welche Seminare ich besucht habe und vieles mehr. Man vergisst viel zu schnell, an welch’ großartigen Orten mit welch’ wunderbaren Menschen man war und was man Schönes erlebt hat. Auch was nicht so gut gelaufen ist halte ich fest und versuche, daraus zu lernen und es im neuen Jahr besser zu machen.

Von neuen Vorsätzen im klassischen Sinne (mehr Sport machen, gesünder essen, weniger ärgern etc. ) bin ich schon vor einigen Jahren abgekommen. Sie einzuhalten fällt schwer und man fühlt sich schnell demotiviert. Außerdem sind es meist oberflächliche Dinge, die uns weder definieren noch zu einem besseren Menschen machen. Stattdessen bin ich dazu übergegangen mir Gedanken darüber zu machen, wer und wie ich sein möchte. Welche Attribute und Werte ich pflegen möchte.

Und da ich bald Mama werde, gehört dazu natürlich auch die Frage, wie ich unser Kind erziehen möchte. Es gibt Bücher über dieses Thema wie Sand am Meer. Kurzzeitig stellte sich auch ein leichter Anflug von Panik ein, weil ich im Grunde nicht viel dazu gelesen hatte. Meistens gehe ich an Sachen intuitiv heran. Und so entschied ich für mich, dass es weniger darauf ankam, mit welchen Methoden genau ich erziehen möchte. Stattdessen ist für mich ist die Überlegung wichtig, zu welchem Menschen mein Kind werden soll. 

Und hier bin ich dann wieder bei den Werten gelandet. Welche Werte also gibt man einem Kind also mit? Natürlich gibt es hier unzählige, aber diese drei kamen mir als erstes in den Sinn: Empathie, Menschlichkeit und Gelassenheit.

Wobei ich bereits bei der „Menschlichkeit“ ins Stocken kam. Diese ist heutzutage ein fragwürdiger Begriff, wenn man sich ansieht, was Menschen so tun. Ganz aktuell an Silvester: Kleinen Katzen oder Hunden Silvesterböller in den Hintern oder Mund zu schieben und anzuzünden. Unerlaubte Feuerwerkskörper zünden, die dann ein Affenhaus zum Abbrennen bringen. Wenn man die Brände aus Australien sieht und liest, dass dabei 500 Millionen Tiere qualvoll in den Flammen starben und viele weitere sterben werden. Ausgelöst durch die katastrophalen Folgen der Klimaerwärmung, wiederum ausgelöst durch menschliches Handeln. Wenn ich durch meinen Social Media Feed scrolle, dann wird mir manchmal regelrecht schlecht, was der Mensch anderen Menschen, Tieren und der Pflanzenwelt antut. In der heutigen Gesellschaft vergisst der Mensch das Wichtigste: Die Menschlichkeit. Stattdessen geht es vielen primär um die Befriedigung der Bedürfnisse ihres eigenes Egos. Wenn diskutiert wird, dass Fleisch teuerer werden muss, dann fühlen sich manche bereits in ihren Grundrechten beschnitten.

Natürlich ist es wichtig, sich um sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ausreichend zu kümmern. Grenzen zu setzen. Man kann nur viel Gutes geben, wenn man selbst aus einer Position der Stärke heraus handelt. Wer schwach und krank ist, hat irgendwann auch keine Kraft mehr zu Geben. Allerdings sollte es dabei um die Erfüllung der wahren Bedürfnisse gehen. Nicht die Bedürfnisse des Egos. Aber wann kam es eigentlich so weit, dass der Mensch dachte, dass es ihm zusteht, sich über andere Menschen, die Tier- und Pflanzenwelt zu erheben? 

Zu guter Letzt möchte ich meiner Tochter folgende Fähigkeit mit auf den Weg geben: Das große Ganze und die Konsequenzen der eigenen Handlungen zu sehen. Viel zu oft erwische ich mich auch dabei, wie ich es selbst nicht tue. Wenn ich zwar Biokäse esse, aber genau weiß, dass auch in diesem Fall das Kälbchen der Mutter weggenommen wurde, Bio hin oder her. Wenn ich Schokolade esse, von der ich vermuten kann, dass dafür Menschen ausgebeutet wurden. Wenn ich ein Kleidungsstück trage, das sicherlich nicht durch faire Bezahlung und Behandlung produziert wurde. Deshalb möchte ich dieses Jahr konsequenter werden, minimalistischer. Was Ernährung angeht, so weiß ich, dass der richtige Weg für mich eine vegane, biologische und regionale Ernährungsweise wäre. Bewegungen wie den #veganuary finde ich gut. Allerdings finde ich es zu kurz gedacht, wenn Leute dann jeden Tag ihren Avocado Toast essen oder sämtliche Ersatzprodukte in Kilos von Plastikmüll verpackt kaufen. (Hier kann ich übrigens die Netflix Doku „Rotten“ sehr empfehlen. Man wird dann anders über den eigenen Konsum von Avocados, Schokolade, Zucker, Milch etc. nachdenken.). 

Ich bin mir auch sehr bewusst, dass wir uns hier am Hof in einer Filterblase befinden. Wir essen hauptsächlich unsere selbst erzeugten Produkte, wohnen auf dem Land umgeben von Wald, Wiesen und Bach. Die Tiere haben ein schönes Leben. Wenn eines krank ist, dann rufen wir den Tierarzt, behandeln homöopathisch oder mit selbstgesammelten Kräutern. Albert Schweitzer sagte wohl: „Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.“ In der Fleisch- und Eierindustrie wäre ein solches Prozedere, wie wir es am Hof pflegen, schlichtweg nicht rentabel. Neulich erzählte mir jemand, dass es für manche Fleischproduzenten zu teuer sei, sich einen Bolzenschussaparat zu kaufen, um die nicht rentablen Kälbchen zu erschießen, um sie nicht aufziehen zu müssen. Stattdessen gehen manche dazu über, die Kälber zu ersticken, indem sie ihnen Bauschaum in den Rachen sprühen. Dass so etwas grausam ist: Keine Frage. Aber wir Verbraucher sollten uns dabei selbst an der Nase nehmen und nicht nur die Produzenten verurteilen. Denn wir beeinflussen jeden einzelnen Tag durch unsere Kaufentscheidung genau solche Geschehnisse! Wir haben es in der Hand. Wir verwöhnen unsere Haustiere, aber kaufen gleichzeitig beim Discounter Produkte ein, die unter schrecklichsten Tierbedingungen hergestellt wurden. Von Besuchern am Hof höre ich oft den Satz: „Ihr habt ein so wunderschönes Leben!“ Und ich muss sagen: Ja, ich liebe mein Leben und könnte es mir kaum schöner vorstellen. Wir versuchen täglich in Respekt mit Mensch, Tier und Natur zu leben. Aber warum fällt es uns in  der heutigen Gesellschaft denn so schwer, ein guter Mensch zu sein? Warum können wir uns nicht einfach etwas einschränken?

Ich kann diese Frage nicht komplett beantworten. Ich weiß aber, dass ich in den nächsten vielen Jahren den Respekt, den ich versuche der Welt entgegenzubringen, an ein kleines Menschlein weitergeben werde. Denn auch wenn heutzutage oft kritisiert wird, Kinder zu bekommen sei verantwortungslos (mehr Menschen, weniger Raum, noch mehr CO2 Verbrauch), so bin ich der festen Überzeugung, dass wir das Ruder nur herumreissen können, wenn die folgenden Generationen zu verantwortungsvollen, emphatischen und wahrhaft menschlichen Wesen erzogen werden, die diese Werte wiederum an die folgende Generation weitergeben. Denn:

Die Welt verändert sich durch dein Vorbild, nicht durch deine Meinung. – Paulo Coelho

Wer Interesse daran hat, methodisch und ausführlich das vergangene Jahr aufzuarbeiten, unter professioneller Begleitung intensiv an seinen Zielen und Visionen für 2020 zu arbeiten, dabei gute Landluft und regional-veganes Essen begleitet von Meditationen zu genießen und am Ende ein wunderschönes eigenes Vision Board in den Händen zu halten, der kann sich zu unserem Workshop am 7. + 8. März am Billesberger Hof anmelden. Mehr Infos findet ihr hier. Es sind noch ein paar wenige Plätze frei.

Erfahre in dieser Folge mit Kräuterpädagogin Victoria Lorenz:

  • Was deine Darmbakterien mit Übergewicht, deiner Gesundheit und dem Immunsystem zu tun haben.
  • Wie sich eine ungesunde Darmflora auf deine Psyche auswirken und sogar Depressionen verursachen kann.
  • Warum zu viel Hygiene gar nicht so gut ist. 
  • Die 5 Hauptgründe, die dein Mikrobiom (deine Darmflora) kaputt machen.
  • Was Kaiserschnitt und Stillen mit deinem Immunsystem zu tun haben.
  • Wie du durch deinen Lebensstil deinen Darm heilen kannst.
  • Wie Fermentation funktioniert und was man alles fermentieren kann.
  • Wie oft man Fermentiertes essen sollte und dass viel nicht immer gleich viel hilft.
  • Wie man ganz leicht selbst zuhause fermentieren kann.
  • Wie Fermentation unsere Welt schon vor vielen Jahren verändert hat.
  • Wo es regionales Superfood gibt und warum es viel gesünder ist als das importierte Superfood. 
  • Wie wir durch regionale Kräuter wieder zu einem besseren Bauchgefühl gelangen können.
  • Wie man Brennnessel essen kann, ohne sich Zunge und Hände zu „verbrennen“. 
  • Was wahre Naturkosmetik eigentlich ist und wie man sie ganz easy selbst herstellen kann.
  • Victorias Empfehlungen für Naturkosmetik Marken.
  • Victorias Überraschung für Euch und vieles mehr…

Weiterführende Links 

Instagram von Victoria: @vildvuchs

Alle Events und Workshops mit Terminen

Naturkosmetik München

Urbarium Heidelberg

Victorias Buchtip: „The Big Five for Life“ von John Strelecky

Zum ersten Mal hörte ich in einem Podcast von Vipassana. 10 Tage meditieren, klingt krass dachte ich mir. Und so hatte ich es schon seit zwei Jahren im Kopf, wollte es unbedingt machen. Nun da ich schwanger bin, erschien es mir als „last chance“ für die nächsten Jahre. Denn nicht nur meditiert man dort sehr viel, sondern hat auch für zehn Tage keinen Kontakt zur Außenwelt. Eher schwierig mit einem kleinen Kind.

Nachdem ich also das große Glück hatte, in einen der weltweit stattfindenden und sehr begehrten, daher schnell ausgebuchten Kurse zu kommen, war es Anfang November so weit. Ich hatte mir ein Vipassana Zentrum in Italien ausgesucht, in der Nähe von Florenz. In Florenz hatte ich 2010 ein Erasmussemester verbracht, daher fühlt sich die Gegend für mich wie ein kleines Stück Heimat an.

An einem verregneten Mittwochnachmittag kam ich also im Zentrum an. Der Parkplatz war ganz weit oben auf einem Hügel, gerade noch schaffte es mein Fiat 500 den steilen Schotterweg nach oben. Wie oft ich mir in den kommenden Tagen wünschen würde, dass ich diesen Weg nach oben laufen könne, um in mein Auto zu springen und wegzufahren, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bewusst. Mit Müh und Not ergatterte ich noch einen Balken Netz und rief meinen Freund an, um mich für die nächsten Tage zu verabschieden. „Und du machst jetzt wirklich dein Handy komplett aus?“ fragte er mich ungläubig. „Klar, muss ich ja.“ Und so schaltete ich mein Handy für die nächsten zehn Tage aus.

Die Einfahrt ins Zentrum.

So stand ich also in dem kargen Essbereich, in dem alle 60 Teilnehmer sich einfanden, ihre Ankunft bestätigten und ihre beim Kurs unerlaubten Habseligkeiten wie Handys, Bücher, Computer, Autoschlüssel etc. abgaben. Die eine Hälfte war weiblich, die andere Hälfte männlich. Vor allem waren es Leute in meinem Alter, der Rest etwa im Alter meiner Eltern. Außer den vielen Gepäckstücken gab es in dem Raum nicht viel zu sehen. So widmete ich mich der Lektüre des Tagesablaufs, der in jedem Vipassana Kurs weltweit gleich aussieht und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk durchgezogen wird:

4 Uhr: Morgen-Glocke, aufstehen

4.30 – 6.30 Uhr: Meditieren im Zimmer oder Meditationssaal

6.30 – 8 Uhr: Frühstückspause

8 – 9 Uhr: Gruppenmeditation im Meditationssaal

9 – 11 Uhr: Meditieren im eigenen Zimmer oder Meditationssaal

11 – 12 Uhr: Mittagspause

12 – 13 Uhr: Ausruhen, ggf. Gespräche mit den Meditations-Lehrern

13 – 14.30 Uhr: Meditieren im Saal oder im eigenen Zimmer

14.30 – 15.30 Uhr: Gruppenmeditation im Meditationssaal

15.30 – 17 Uhr: Meditieren im Zimmer oder Meditationssaal

17 – 18 Uhr: Abendpause

18 – 19 Uhr: Gruppenmeditation im Saal

19 – 20.15 Uhr: Lehrer-Vortrag im Saal

20.30 – 21 Uhr: Gruppenmeditation im Saal

21.30: Licht aus

Der erste Abend sah noch etwas anders aus und wir unterhielten uns, während wir aßen, anschließend ein paar Infos bekamen und die erste Meditation startete.

So richtig ging es aber erst los, als um Punkt vier Uhr morgens der Gong ertönte. Ich war schon viel früher wach, konnte nicht richtig schlafen, insofern war ich erleichtert, als ich den lauten und dumpfen Gong hörte. Kurz darauf ertönten weitere Gonggeräusche, die sich in etwa so anhörten, als würde jemand Topf schlagend ums Haus gehen, um auch die letzten Schlafenden aus dem Bett zu klopfen.

Schnell anziehen, Zähne putzen und in die weite und bequeme Meditationskluft werfen. Denn enganliegend darf die Kleidung nicht sein. Zwar sind die Geschlechter die vollen zehn Tage ohnehin voneinander strikt getrennt (es gibt separate Eingänge, Schlafräume, Essbereiche und sogar Spazierpfade) und man sieht das andere Geschlecht nur im schummrigen Licht des Meditationssaals, aber keine zu enge Leggings oder kein zu kurzes Shirt soll davon ablenken, warum man eigentlich hier ist.

Ja warum ist man eigentlich hier?

Vipassana bedeutet „Die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind“, es ist der Prozess der Selbstreinigung durch Selbstbeobachtung. Sie ist eine der ältesten Meditationstechniken und wurde vor über 2.500 Jahren von Siddhartha Gautama, dem Buddha, wiederentdeckt. Dieser Buddha (denn es gibt ja mehrere, Buddha an sich bedeutet lediglich „Der Erleuchtete“) lebte in Indien und gilt als der Begründer des Buddhismus. Allerdings hat Vipassana an sich nichts mit einer bestimmten Religion zu tun. Es ist glaubensübergreifend und -unabhängig, steht offen für jeden Menschen, der sich dieser Technik offen gegenüber zeigt.

Das Ziel von Vipassana ist die vollkommene Erleuchtung. Zugegebenermaßen ein sehr ambitioniertes Ziel. Hätte der Buddha damals AGBs für Vipassana erstellt, so würde vermutlich im Kleingedruckten stehen: „Keine Gewähr, dass das Ziel in diesem Leben erreicht wird. Möglicherweise muss das nächste oder die nächsten Leben abgewartet werden.“

Um 4:25 am Morgen fand ich mich also in der Meditationshalle an dem mir zugewiesenen Platz ganz hinten in der Mitte direkt an der „Grenze“ zu den Männern ein. Als Schwangere hat man ein paar Sonderprivilegien. So durfte ich mich z.B. während der Meditation an der Wand anlehnen oder auch meine Füße ab und an ausstrecken. Den anderen ist das nicht erlaubt. Für jeden ist ein flaches Kissen sowie eine Decke akkurat bereitgelegt. Natürlich kann man sich aber weitere Kissen, Klötze, Bänkchen und Kissen holen, davon gibt es genug. Denn zehn Stunden pro Tag hält man wohl nur als Guru auf einem dünnen Deckchen aus. So wuchs also über die Zeit der Berg an Kissen und Decken, sie sich ein jeder Meditierende einrichtete. Ich baute mir so etwas wie eine Liegestuhlvorrichtung zusammen, der junge Mann neben mir schichtete zehn Decken übereinander, die am Ende eine Höhe von ungelogen mindestens 80cm erreichten. Es sah jedes Mal aus, als würde er auf ein Pony aufsteigen, wenn er sich auf seinen „Meditationssattel“ schwang.

Am Abend zuvor hatte auch um 21 Uhr die „Noble Stille“ begonnen. Sie ist essenzieller Teil von Vipassana und bedeutet, dass es untersagt ist, miteinander zu kommunizieren. Nicht nur sprechen ist verboten, sondern auch Blickkontakt, Gesten, Zettel schreiben etc. Man soll in dieser Zeit einfach durch nichts Ablenkung erfahren und sich nur mit dem eigenen Geist beschäftigen.

So begann also die erste zweistündige Morgenmeditation, in der man anfangs angewiesen wurde (immer auf Englisch sowie anschließend in der Sprache des Landes, in dem man sich befindet), sich nur auf die Nasenlöcher zu konzentrieren. Richtig gelesen. NUR. DIE. NASENLÖCHER. Und wie und wo dort der Atem ein- und ausströmt. In klitzekleinen Variationen ist dieser Teil der Technik, der Anapana Meditation genannt wird und eine Vorstufe zu Vipassana darstellt, die Hauptbeschäftigung während der ersten 3,5 Tage Meditation. Sprich: Für 35 Stunden lernt man seine Nase und seinen eigenen Atem sehr gut kennen.

In den letzten circa 20 Minuten (sie kamen mir am Anfang wie eine Ewigkeit vor) der zweistündigen Morgensession hört man über Lautsprecher eine der vielen Aufzeichnung von S.N. Goenka (1924-2013). Er ist derjenige, der Vipassana über die ganze Welt hin bekannt gemacht und verbreitet hat. Von ihm kommen auch die Erklärungen und Anweisungen auf Englisch. Natürlich mit einem charmanten indischen Akzent inklusive und insgesamt einer sehr angenehmen Stimme. Zumindest wenn er spricht. Denn Goenka war zwar ein toller Typ, der auch durchaus amüsant in seinen Aufzeichnungen rüberkommt, allerdings kann er eines nicht: Und das ist chanten. Chanten ist das Singen von Mantras. Und bei Goenka war meine erste Assoziation: Ein Inder, der im Wirtshaus um halb drei Uhr morgens besoffen versucht, Schlager mitzugrölen, ohne auch nur die geringste Ahnung der jeweiligen Sprache zu haben. Wie sollte ich das nur zehn Tage durchhalten? Als er verstummte, machten meine Ohren eine tiefe Dankesverbeugung.

Um 6:30 Uhr ertönt erneut der Gong und zeigt an, dass die Frühstückszeit beginnt. Das Essen war wirklich ausgesprochen gut. Alles vegetarisch, sehr viel Obst und Gemüse. Kein Lebewesen zu töten ist ebenfalls eine der Prämissen während Vipassana. So ernährt man sich nicht nur fleisch- und fischlos, sondern findet überall in den Räumen auch sogenannte „Save insect kits“. Ich habe am Anfang überhaupt nicht verstanden, was diese Tupper Dose zu bedeuten hat. Bis ich verstand, dass man damit die sich ins Innere verirrten Krabbeltiere und Insekten rettet, um dieses Gebot nicht zu verletzen. Mir graust es nicht vor viel, aber „Ohrenwuzler“ (auf Hochdeutsch laut Wikipedia unter „Ohrwürmer“ bekannt) finde ich nicht unbedingt prickelnd. Da man in der Zeit aber keinerlei sozialen Kontakt hat, freut man sich sogar, wenn ein solcher über die Hand krabbelt und trägt ihn brav und sanft wie ein kleines Kätzchen nach außen.

Zurück zum Essen: Morgens gab es allerlei gute Dinge wie warmen Porridge, gekochtes Obst, Müsli mit Joghurt oder Milch, Brot, Marmelade, Butter und verschiedenes Obst. Dazu trinkt man vor allem Wasser oder Tee. Kaffee gibt es zwar als Pulver, aber selbst die Italiener verschmähten diesen konsequent. Ich aß jeden Tag exakt dasselbe: Porridge mit gekochtem Obst, dazu noch frische Banane, Apfel und eine Pflaume. Zwei Scheiben Weißbrot mit dick Butter und Aprikosenmarmelade. Davor einen halben Liter warmes Wasser. Denn das tut mir einfach gut, egal wo ich bin.

Am Ende eines jeden Mahls spült jeder sein eigenes Geschirr ab. Und hier wurde es zum ersten Mal in meinem Kopf „unchristlich“, oder „unbuddhistisch“, wie auch immer: Manche schienen dort in diesem Zentrum zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Hand abzuspülen. Entweder stellten sie sich vor, wie sie mit dem Schwamm den Körper ihres Liebsten gefühlvoll einmassierten oder sie hatten einfach null Plan vom Abspülen. Sorry Buddha, aber fast jeden Morgen wurde ich beim Anblick leicht aggressiv. Dabei dachte ich an meinen Freund und wie er wohl freiwillig angeboten hätte, für die gesamte Mannschaft abzuspülen. Denn er ist nicht nur ein überragender Koch, sondern auch ein absoluter schnell-abspül-Profi. Müssen die Teller jetzt auch unbedingt mitmeditieren fragte ich mich manchmal. Aber es war nichts zu ändern. Man durfte ja weder etwas sagen, noch die Augen rollen. So wartete ich jedes Mal (zumindest äußerlich) geduldig bis ich an der Reihe war und machte mich dann meistens gegen 7 Uhr zurück auf den Weg in mein Zimmer, um mich von 7 bis 7.50 Uhr (dann ertönt der nächste Gong) noch einmal hinzulegen.

Ich hatte ein Zweierzimmer mit einer älteren und sehr zierlichen italienischen Dame, Ornella hieß sie. Immer wie aus dem Ei gepellt, aber nachts schnarchend wie ein 150kg schwerer Lastwagenfahrer nach einer Palette Dosenbier. Trotzdem: Meine Ruhezeiten ließ ich mir nicht nehmen und so schlief ich immer mehr oder weniger selig nach dem Frühstück ein.

Unser Zimmer für 10 Tage.

Zu Mittag gab es jedes Mal eine Gemüsesuppe, Reis, Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen (Gott sei Dank roch ich deren Auswirkungen kein einziges Mal im Meditationssaal), dazu Ofengemüse, Salat und allerlei Körner und Gewürze. Ich schaufelte mir jedes Mal so viel wie möglich auf den Teller (Hallo?! Schwanger!!) und setze mich dann zu den anderen Damen für unser stilles Mahl.

Das Beobachten und (leider konnte ich es nicht abstellen) Bewerten der Essgewohnheiten der anderen wurde meine Hauptbeschäftigung. Außer einmal, als ich mir Mangold auf den Teller geladen hatte, weil ich dachte es sei Spinat. An diesem Tag war ich eher damit beschäftigt, den Mangold möglichst lautlos runterzuwürgen. Ich mag wirklich Mangold nicht. Gar nicht. Aber eigentlich mag ich auch keinen Fenchel. Trotzdem trank ich am ersten Abend Fencheltee. Schlicht aus dem Grund, weil ich starkes Heimweh hatte und mein Freund nicht nur Fenchel anbaut, sondern ihn auch gerne isst. Beim Geruch des Fencheltees in meiner Tasse flossen mir zum ersten Mal Tränen hinunter. Ich fragte mich, warum ich mir das eigentlich antat, zu Hause hatte ich es doch so schön. Mit meiner Familie, meinen Freunden, den Tieren. Aber ich musste ja immer etwas ganz Spezielles machen. Stupid me.

Ähnlich erging es mir auch am zweiten Tag und ich dachte ernsthaft über meine Abreise nach. Ich vermisste mein Zuhause und meinen Freund so sehr. Man kann sich das vielleicht nur schwer vorstellen, aber wenn man komplett von allen äußeren Stimuli (weder lesen, noch schreiben, noch reden, noch Social Media etc.) abgeschirmt ist, so denkt sich der eigene Geist: Cool, ich zeig ihr jetzt mal einen coolen Film, und zwar in Dauerschleife!

Was ich in den ersten Tagen gesehen habe, war alles anderes als cool. Man glaubt kaum, wie abgefuckt der eigene Verstand ist. Ich sah nicht nur sämtliche Familienmitglieder und Freunde eines grausamen Todes sterben, sondern auch mich verunglücken, ermordet werdend, bei der Geburt versterbend, all das zusammen mit dem Untergang der Welt in Flammen als Auswirkung der Klimakatastrophe. In den verschiedensten Variationen, sich ständig wiederholend. Die meisten kennen wohl Harry Potter und diese Kiste, die sich öffnet und dann die eigenen schlimmsten Ängste hervorbringt. Mein Verstand war diese Kiste.

Ich hatte schon von vielen Leuten gehört, dass gerade die ersten Tage Vipassana sehr hart seien. Dabei dachte ich mir (wieder: stupid me): Ach, du hast doch alles geregelt und schön. Bist gesund und glücklich, hast eine wunderbare Familie und den besten Freund der Welt, bekommst bald ein gesundes Kind und insgesamt ist doch alles paletti. Was soll dir also passieren? Alles soweit richtig. Interessiert den Verstand aber herzlich wenig, dass du „eigentlich“ ja gesund und glücklich bist. Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass der Verstand in den ersten Tagen auf Hochtouren daran arbeitet, dir deine tiefsten, fundamentalsten und grauenvollsten Ängste und Albträume wie in einem oscarprämierten Film zu zeigen. Und zwar ständig.

An den ersten beiden Tagen vergoss ich einige Tränen. Jedes Mal wenn ich vom Meditationssaal die 60 steilen Treppen zum Haupthaus hinunterging, so schaute ich auf die dort geparkten Autos. Und hoffte jedes Mal, dass dort der weiße E-Nissan meines Freunds stehen würde, um mich abzuholen, weil er es ohne mich nicht ausgehalten hatte. Leider standen tagtäglich dort nur fünf Fiat Pandas. Jedes Mal schluckte ich einen dicken Klos hinunter und wanderte tapfer die Treppen nach unten als auch nach oben. Mindestens acht mal pro Tag für die jeweiligen Meditationssessions. Denn aufgrund meiner kleinen Mitbewohnerin, die es sich meistens auf meiner Blase gemütlich machte, musste ich nach jeder Session gekrümmt nach unten laufen, um dort die Toilette aufzusuchen. Zusammen mit den anderen Stufen erklomm ich so täglich um die 600 Stufen. Was mich aber nur unwesentlich von meiner inneren Misere und von meinem Leiden ablenkte. Ich durchlebte auch Erfahrungen als meiner Kindheit immer wieder aufs Neue. Als ich zum Beispiel einmal in den Reiterferien war und solches Heimweh nach meinen Eltern verspürte, dass ich schluchzend zuhause anrief und meine Eltern bat, dass sie mich doch abholen mögen. Ich würde auch alles für sie tun, was sie von mir verlangten. Ich empfand ein solches Mitgefühl mit meinem damaligen Selbst, dass ich mir schwor, dass auch ich mein Kind von jedem Ort abholen würde, wenn es sein Zuhause vermissen sollte. Auch damals holten mich meine Eltern ab und ich werde ihnen ewig dafür dankbar sein.

Die fünf Pandas. Zur Erleuchtung kommt man scheinbar schneller in einem Fiat.
Die 60 Stufen.

Vielleicht würde mir das Durchhalten der zehn Tage helfen, mich von diesem damals erlebten „Trauma“ zu befreien. So harrte  ich also still und heimlich beim Essen und Meditieren meine Tränen aus und der dritte Tag verlief auch ein klein wenig besser.

Dann kam Tag vier. Ich hatte schon ziemlich schlecht geschlafen und war irgendwie sehr unruhig und leicht aggressiv gestimmt. Man glaubt es kaum, wie sehr man Aversionen und Sympathien für Leute entwickeln kann, mit denen man noch nie ein Wort gewechselt hat. Eine der Damen hatte eine (meiner Meinung nach) solch bescheuerte Frisur, dass ich jedes Mal wegschauen musste. Eine andere nahm sich jedes Mal aus dem Topf mit zehn gekochten Zwetschgen fünf bis sechs Stück heraus. Was ich einfach nur als asozial empfand und weshalb ich sie auch (gedanklich) mit meinen Blicken strafte – natürlich ohne mir äußerlich etwas anmerken zu lassen. Heute war angekündigt, dass wir in die richtige Vipassana Meditationstechnik eingeführt würden. Juhu, endlich weg von den Nasenlöchern! Bei der Session von 15 bis 17 Uhr war es dann soweit: Knappe zwei Stunden wurde über die Audioaufnahmen geschildert, wie wir von Scheitel bis zu den Zehenspitzen unseren Körper durchscannen sollten, von oben nach unten und von unten nach oben. Immer und immer wieder. An sich brachte die Technik eine willkommene Abwechslung. Ich kann auch nicht mehr sagen, was genau der Auslöser war. Vielleicht war es die komplette Isolation für bereits vier Tage, die vielen wirren Bilder im Kopf oder das intensive sich-Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper. Jedenfalls wurde mir in der Session sehr heiß, ich konnte kaum stillsitzen. Plötzlich fühle ich Tränen in mir hochsteigen und ein Gefühl der inneren Leere gepaart mit absoluter Verzweiflung. In mir steigt der Gedanke hoch: „Du weisst nichts!“. Aber damit ist nicht ein intellektuelles Nichtwissen gemeint, das ja vor allem am Ego kratzen würde. Das Gefühl, das ich habe, kann ich auch nur schwer beschreiben. Jetzt mit einigen Tagen Abstand, kann ich es auch nur noch ganz schwer greifen, es ist mir fast unverständlich. Es ist mehr ein spirituelles Nichtwissen, das mir das Gefühl gibt, als würde das Fundament, auf dem mein Leben steht, einfach wegbrechen. Eine fundamentale Angst. Zusammen mit der schmerzhaften Erkenntnis der Endlichkeit von allem. Natürlich bin ich mir auch schon vorher der Vergänglichkeit von allem bewusst gewesen. Wusste, dass alles irgendwann ein Ende haben würde. Aber in diesen Tagen kann ich sie zum ersten Mal auch spüren, die Endlichkeit von Dingen. Alles hat ein Ende. Jedes Erlebnis, jeder Mensch, jedes Tier, jede Sache. Jeder einzelne Moment ist vergänglich. Als der Endgong ertönt, laufen viele angespannt und völlig fertig aus dem Saal. Einige weinen. Ich gehe nach draußen und starre kurz in den Himmel. Anstatt wie üblich direkt zum Abendessen zu gehen, mache ich noch eine Spazierrunde. Ich habe das Gefühl die Nerven zu verlieren. Fühlt sich so ein Nervenzusammenbruch an? Oder ist es eher eine Panikattacke? Ich setze wie ein Roboter einen Fuß vor den anderen und versuche mich selbst irgendwie zu beruhigen. Nackte Verzweiflung macht sich in mir breit. Gedanklich sage ich mir: „Du bist sicher, du bist in Europa. Nichts kann dir passieren. Du kennst Italien und wenn du willst, kannst du jederzeit deinen Schlüssel holen, in dein Auto steigen und nach Hause fahren. Dort warten deine Eltern, dein Freund, alle die du liebst. Du bist sicher, nichts kann dir passieren…“ Wie ein Mantra sage ich mir das wieder und wieder vor. Mein Verstand ist gefühlt im Notstandmodus und versucht mit rationalen Argumenten meinen Geist und meine Seele zu beruhigen. Es gelingt mir nur schlecht. Nachdem ich beim Abendessen nur schnell ein Stück Obst esse, lege ich mich auf mein Bett und lasse den Tränen freien Lauf. Ich fühle mich wirklich verzweifelt. So als ob mein Leben bisher eine totale Illusion gewesen wäre. Als die nächste Meditation beginnt, schluchze ich noch immer lautlos vor mich hin. Als ich es schaffe, mich auf die Technik zu konzentrieren und mich an den realen Empfindungen im Körper entlangzuhangeln, beruhige ich mich etwas. In diesem Moment wird mir bewusst, was „Realität“ eigentlich bedeutet. Die körperlichen Empfindungen im Moment, der Atem, Wind, das Essen, Sonne, Erde. Ängste, Sorgen und Zweifel sind nicht real. Sie sind vom Verstand produzierte Dinge. Diese Einsicht, die ich richtig fühlen kann, gibt mir Zuversicht.

Ab diesem Abend geht es bergauf. Vor dem Zubettgehen gehe ich duschen. Auch Wasser ist real, wie ich bemerke. Die Dusche hat in etwa den Wasserdruck eines Rinnsaals und wechselt von eisig kalt auf brühend heiß im Sekundentakt. Es fühlt sich an, als würde mir jemand auf den Kopf pieseln.

Wenn ich sage, dass es ab Tag 5 leicht war, so würde ich lügen. Noch immer vermisste ich mein Zuhause schmerzlich. Noch immer schaue ich jedes Mal auf den Parkplatz, ob dort jemand auf mich wartet. Noch immer schaute ich jeden Abend in den Sternenhimmel und dachte mir, dass mein Freund genau den selben Anblick hat, wenn er in den Sternenhimmel schaut. All dies beruhigt mich. Ich zählte bis zum letzten Tag mehrmals täglich die noch verbleibenden Tage. Noch 5/6 übrig, noch ¾, noch 2/3, noch ½ und so weiter… Als ich bei einem der Vorträge hörte, dass Vipassana ursprünglich auf sieben Wochen (!) ausgelegt war, im Laufe der Zeit mit dem wachsenden Tempo der Gesellschaft aber auf zehn Tage geschrumpft wurde, so fühlte ich mich ausgesprochen privilegiert. Sieben Wochen hätten mich persönlich wohl entweder zur Erleuchtung geführt oder direkt in die Psychiatrie. 

Ich umgab mich mit Dingen, die mich an meine Liebsten erinnerten: Trug den Wollpullover meiner Mama, die Kette meines Papas, starrte die beigen Nike Turnschuhe einer Teilnehmerin an, weil meine beste Freundin Evelyn die gleichen hatte. Nur von meinem Freund hatte ich nichts dabei. Dachte ich. Dann besann ich mich darauf, dass ich ihn immer zur Hälfte in meinem Bauch in mir trug. Unsere kleine Tochter ist zur Hälfte er. Das gab mir unglaublich viel Kraft und beruhigte mich ungemein.

So hangelte ich mich also von Tag zu Tag und motivierte mich selbst mit unterschiedlichen Geschichten. Wenn mir der Tag noch unglaublich lang vorkam (also eigentlich jeden Tag), dann rief ich mir die Geschichte von dem Straßenkehrer Beppo in Momo ins Gedächtnis: Schritt, Atemzug, Besenstrich. So ging es immer weiter. Wenn meine Gedanken mir wieder wilde Angstszenarien zeigten, so sagte ich mir: This too shall pass. Meine Lieblingsgeschichte über einen König mit seinem Ring, der ihm lebenslanges Glück versprach und im Kern bedeutete, dass nichts für immer ist. Alles geht vorüber, die guten aber auch die schlechten Dinge. Und der daraus resultierende Gleichmut, der sich dadurch einstellen sollte. Der Begriff der Gleichmut begegnete einem unzählige Male pro Tag. Gleichmut ist essentieller Bestandteil von Vipassana und der Wesenszug, der den Schlüssel zum inneren Frieden darstellt: Aufmerksames Beobachten mit Gleichmut. Nicht nur dem Körper und dem eigenen Atem, sondern auch dem ganzen Leben soll mit dieser Gleichmut begegnet werden. Deshalb beobachtet man auch tagein, tagaus seinen Körper und trainiert seinen Geist, auf jede Empfindung, ganz gleich ob angenehm oder hoch schmerzhaft, mit Gleichmut zu reagieren. Und diesen Gleichmut brauchte man wirklich dringend. Denn ab Tag 4 galt es, an drei der zehn Stunden Meditation pro Tag komplett still zu sitzen. Nicht die Augen öffnen, nicht die Beine oder Arme bewegen. Nur atmen und sonst regungslos dasitzend und gleichmütig den Körper beobachten. In diesen zehn Tagen fühlte ich mich meinem Baby im Bauch so nah wie selten. Jede noch so kleine Bewegung bekam ich mit. Meistens war sie bei der Meditation sehr aktiv. Aber manchmal spürte ich auch für eine halbe Stunde gar nichts. Was mich regelmäßig in leichte Panik verfallen ließ. Im Grunde wurde wir dann aber bewusst, dass sie meine beste Lehrerin für Gleichmut war. Es zur Kenntnis nehmen, wenn sie sich bewegte, aber auch nicht Angst zu bekommen, wenn sie es nicht tat. Ich war sehr froh, dass sie in meinem Bauch war. Denn so hatte ich nie das Gefühl alleine zu sein. Sie gab mir Stärke, Mut und Durchhaltevermögen. Mein kleiner Glücksbuddha. Äußerlich sah ich ja selbst aus wie ein Buddha, wie ich mit meinem Bauch so da saß.

Das Konzept der Gleichmütigkeit warf aber auch Fragen in mir auf. Und so suchte ich an Tag sechs die Lehrerin zur Mittagszeit auf. Jeder Schüler hatte fünf Minuten für seine Fragen.

Ich kann den Dialog nur noch grob wiedergeben, aber er lautete in etwa folgendermaßen:

Ich: „Warum zeigt mir mein Unterbewusstsein solch schlimme Dinge?“

Lehrerin: „Dass du solche Sachen siehst, sagt nichts über deine Persönlichkeit aus. Du siehst die Verunreinigungen deines Geistes. All das ist im Unterbewusstsein gespeichert und es kommt jetzt zu Tage. Wie der schlammige Untergrund eines Sees, der bei einem Sturm aufgewirbelt wird.“

Ich: „Wenn ich aber nun andauernd meine Liebsten vor mir sehe, ist es dann ein Zeichen dafür, dass die Gefühle für meine Lieben, die Liebe, die ich für sie empfinde, unreine und falsche Dinge sind, denen ich anhafte?“

Lehrerin: „Nein, diese Dinge sind keineswegs unrein oder falsch. Was ausschlaggebend ist, ist wie du darauf reagierst, wie du damit umgehst, was du siehst. Auf gleichmütige und ausgeglichene Weise oder auf ungesunde Weise.“

Ich: „Aber wenn man allem mit Gleichmut begegnen soll, ob gut oder schlecht, gibt es dann in letzter Konsequenz überhaupt so etwas wie wahre Liebe und Freude? Oder sollte man sich von diesen Gefühlen freimachen, da man ihnen anhaftet und man ihnen nicht gleichmütig gegenüber ist, wenn man sie schön findet?“

Lehrerin: „Ja, diese Dinge existieren in der Realität. Jedoch nur, wenn du Liebe und Freude ohne ein ungesundes Anhaften an ebendiese Gefühle erlebst. Wenn du zum Beispiel zum Geburtstag deines Kindes einen Kuchen backst, dann kannst du dabei pure Freude empfinden und dich daran erfreuen. Wenn der Kuchen allerdings im Ofen verbrennt, so ist es ausschlaggebend, wie du darauf reagierst. Wenn du ausrastest und in Tränen ausbrichst, dann bist du nicht gleichmütig. Es kommt also immer darauf an, wie du mit dem jeweiligen Gefühl umgehst.“

Diese Aussage beruhigte mich, denn ich hatte mich zuvor schon ernsthaft gefragt, ob man denn wahrlich lieben könne, wenn alles gleichmütig zu geschehen habe. Aber ihre Erklärung machten Sinn für mich. 

Natürlich klappte das Meditieren nicht immer. Wie oft bin ich gedanklich in die Zukunft und Vergangenheit gereist. Wie ich am letzten Tag, als die „Edle Stille“ aufgehoben wurde, dann von den anderen Damen erfuhr, reisten manche gedanklich um die ganze Welt. Manche schrieben eine philosophische Abhandlung, eine andere eine Bewerbung für eine Doktorarbeit. Bei den Männern scheinen die Tagträume während der Meditation wohl anders ausgesehen zu haben. Einer der Küchenhelfer verriet uns, dass die männlichen Kollegen nicht so hochgeistig wie wir unterwegs waren. Aber er wollte uns nicht mit Details traumatisieren 😊

Trotzdem schärfen sich die Sinne immens. Nicht nur erhöht sich die Kapazität aufmerksam zuzuhören und sich Dinge zu merken, auch das Bewusstsein, wann der Geist auf Wanderschaft geht, wird besser.

Abends gab es immer eine Stunde eine Art philosophischen Vortrag. Das war jedes Mal mein Tageshighlight. Da ich den Vortrag in meiner Muttersprache hören durfte, bekam ich einen mp3 Player mit dem ich mich auf mein Zimmer verzog. Die eigene Sprache zu hören hatte auch einen seltsam beruhigenden Effekt auf mich. Dort fühlte ich mich so selig, wenn ich mir meinen „Netflixabend für Arme“ machte: Ausgestreckt lag ich auf meinem Bett, aß ein paar trockene Cornflakes und lauschte dem Deutschen mit dem Zungenschlag. Dazu trank ich Tee. Herrlich!

Manche vergleichen Vipassana mit einer Sekte oder dem Knast.

Sektenähnlich finden sie wohl den Fokus auf ausschließlich eine Sache und die strikte Disziplin, die einem vermeintlich auferlegt wird. Im Grunde ist dies aber nur zum Wohl des Meditierenden. Denn ohne diese strikten Regeln würde man vermutlich davon laufen. Wenn in den ersten Tagen von irgendwo ein Bus nach Moosinning gegangen wäre, ich hätte ihn genommen. Ich wäre wohl auch auf einem Moped nach Hause getuckert. Knastähnlich ist vielleicht der strikte Tagesablauf und der nicht vorhandene Kontakt nach außen. Ich würde Vipassana am ehesten noch mit einem Entzug vergleichen. Nicht nur die sämtlichen Enthaltungen (natürlich auch kein Alkohol, keine Zigaretten oder sonstige Drogen), sondern auch die leeren und traurigen Gesichter. Kein einziges Mal wurde gelacht. Jeder war so mit sich selbst beschäftigt und Kommunikation war ohnehin nicht erlaubt. Dieses Lachen fehlte mir immens. So klebte ich mir einen Aufkleber mit meinem Namen und einem Smiley auf meine Trinkflasche. Denn als Schwangere bekam ich Abends auch immer eine kleine Mahlzeit und diese war immer mit meinem Namen und an einem Tag auch mit einem Smiley gekennzeichnet. Der Rest der Gruppe bekam Abends nur Obst und Tee. Diejenigen, die den Kurs schon mehr als einmal besucht hatten (und davon gab es jede Menge, manche waren bereits zum achten Mal dabei), bekamen nur heißes Zitronenwasser.

Meine Trinkflasche mit dem Smiley.

Was jedenfalls verkehrter nicht sein könnte, ist Vipassana als Urlaub zu bezeichnen. Im Vorfeld dachte auch mein Freund ich würde das zur Entspannung oder gar Erholung machen. Er hätte nicht falscher liegen können. Es waren die härtesten und intensivsten zehn Tage meines Lebens.

An Tag fünf fand ich am Wegesrand beim Spaziergang ein vierblättriges Kleeblatt. Ich habe ein richtiges Talent, sie zu finden. Überall sehe ich sie. Aber dort war es wie eine Offenbarung. Ich starrte dieses Kleeblatt so ehrfürchtig an, dass ich es bis zuletzt nicht pflückte, sondern es jeden Tag zur gleichen Uhrzeit besuchte und es ganz zart anfasste. Ich hoffe, dass es noch immer dort steht und zukünftigen Meditierenden den gleichen Effekt wie mir bescherte: Freude, Friede und Glückseligkeit.

Insgesamt war die Hauptbeschäftigung also das aufmerksame Beobachten. Primär von sich selbst, aber weil das dem Verstand irgendwann zu langweilig wird auch von anderen. Ich saß beim Meditieren direkt an der Grenze zu den Männern. Da man ja ihre Namen nicht kannte, erfand ich einfach Namen für sie. Einer sah aus wie Jesus, auch trug er immer helle Kleidung aus Leinen. Wenn er seine langen Haare zurückband, dann schüttelte er sie jedes Mal zuvor in Zeitlupe wie in einer kitschigen Shampoo Werbung. Ein anderer sah aus wie Nicolas Cage mit Man Bun. Er kam oft zu spät. Dann dachte ich mir wieder: „Ah schau her, Nicolas Cage ist auch wieder da“. Ein älterer Herr hatte frappierende Ähnlichkeit mit Bill Gates.

Da man irgendwann alle Menschen dort lange genug angestarrt hat, geht man dazu über, alles zu lesen, was sich irgendwie finden lässt. Und damit meine ich wirklich alles. Denn Bücher waren ja auch nicht erlaubt. So musste ich jedes Mal still in mich hineinlachen, wenn meine Mitbewohnerin jeden einzelnen Abend das Infoheftchen mit dem aufgedruckten Tagesablauf minutiös studierte. Entweder wollte sie den Ablauf auswendig lernen oder sie hoffte, dass er sich durch das viele Meditieren irgendwann ändern möge. und dort statt „Gruppenmeditation im Saal“ irgendwann „Shoppingausflug nach Mailand“ auf dem Programm stehen möge. Eine andere las jedes Mal beim Mittagessen den Aufkleber des vor ihr hängenden Feuerlöschers durch. Ich war überzeugt, dass sie sich vorstellte, wie ein Feuer ausbrach und wir alle notevakuiert werden müssten und so der Kurs ein vorzeitiges Ende fand. Ich lernte das Hinweisschild auf der Toilette in beiden Sprachen auswendig. Ich glaube ich werde es in 50 Jahren immer noch im Schlaf aufsagen können.

Das Toilettenschild. Unzählige Male gelesen und auswendig gelernt.

Für wen ist Vipassana nun also geeignet?

Es steht jedem einzelnen Menschen offen und kann bei jedem Wirkung zeigen. 

Die Richtlinien weisen allerdings ganz klar darauf hin, dass man bei einer psychischen Erkrankung keinen solchen Kurs besuchen sollte. Es wird zwar auch gesagt, dass man bei sämtlichen psychischen als auch physischen Erkrankungen große Erfolge durch die Methode erfahren, dies aber nicht gewährleistet werden könne. Ich denke auch, dass solche Verbesserungen durchaus möglich sind. Aber je härter und schlechter die Ausgangsverfassung ist, umso härter ist wohl das Tal, durch das man anfangs wandern muss. Denn man muss damit rechnen, dass jedes Thema, das man mit sich herumschleppt, in 10-facher Stärke präsentiert wird. So glaube ich auch, dass Vipassana in Lebenskrisen, bei Liebeskummer oder auch Burnout helfen würde. Aber man muss sehr stark sein, um das durchzuhalten. Ich weiß nicht, ob ich es mit akuten Sorgen und Problemen im Gepäck geschafft hätte. 

Definitiv geeignet ist es für Menschen, die sich auf sehr tiefer Ebene weiterentwickeln möchten. Für diejenigen, die sich selbst erkennen möchten. „Erkenne dich selbst“ ist ein Leitspruch. Und das sich selbst erkennen kann manchmal ziemlich schmerzhaft sein. In letzter Folge aber auch sehr befreiend. 

Bin ich nun also erleuchtet, wie es das Ziel propagiert?

Sicherlich nicht, sogar weit davon entfernt. Gefühlt weiter denn je. Höchstens ein kleines Lämpchen begann in mir zu flimmern. Immer noch habe ich negative Gedanken in Hülle und Fülle. Bewerte, urteile und lästere. Aber es fällt mir sehr schnell auf, weil ich auch meine Gedanken bewusst und ständig beobachte. Ich bin präsenter und verständnisvoller und fühle mich sehr ruhig und ausgeglichen. Wie ein Fels in der Brandung. Meine Schwangerschaft fühlt sich so stabil wie noch nie zuvor an.  

Sogar eine körperliche Auswirkung ist erkennbar. Ich habe in den 10 Tagen 3kg abgenommen. Was weder mein Ziel war, noch besonders erstrebenswert ist in der Schwangerschaft. Außerdem habe ich gegessen wie ein Scheunendrescher. Erklärt werden kann es nur dadurch, dass durch das ständige Meditieren das parasympathische Nervensystem (zuständig für Entspannung und Verdauung) so sehr stimuliert wurde, dass kein Cortisol (neben Adrenalin das zweite Stresshormon) im Körper ausgeschüttet wurde. Und Cortisol zeigt dem Körper an, dass er Fett einlagern soll. Bei mir war durch das viele Meditieren kein Cortisol im Organismus vorhanden. 

Und zumindest in der Theorie habe ich ein Verständnis dafür bekommen, wie man zur Erleuchtung kommen könnte. Wobei nur das intellektuelle Wissen wenig weiterhilft. Essentiell ist das praktische Erfahren. Und das kommt nur durch stetige Disziplin, sich ständiges Beobachten und viel meditieren. Morgens eine Stunde und Abends eine Stunde. Und einmal im Jahr einen 10-Tageskurs. 

Was ich mit großer Sicherheit weiß: Der Weg, den ich noch vor mir habe, ist sehr lange und sicherlich auch steinig und steil. Aber um zur Erleuchtung gelangen habe ich noch viel Zeit. Wie Goenka sagt, so reicht manchmal ein Leben dafür nicht aus. Manchmal benötigt man zwei, manchmal mehrere. Am wichtigsten ist der erste Schritt und den bin ich gegangen. 

Werde ich es nochmal tun? Hätte man mich vor zehn Tagen gefragt, so hätte ich laut gerufen: „HELL NO, auf gar keinen Fall!“. Jetzt würde ich sagen, dass ich es nicht weiß. Momentan verspüre ich kein Bedürfnis danach. Und sollte ich doch wieder ein solches Unterfangen starten wollen, so wird wohl mein Freund auch ein Wörtchen mitzureden haben. Denn auf einem kleinen Zettelchen, den ich unerlaubterweise zusammen mit einem Mini-Bleistift hineingeschmuggelt habe, habe ich ein paar Dinge aufgeschrieben, die ich ihm unbedingt sagen wollte. Darunter sind:

  1. Ich liebe Dich. 
  2. Wo du bist, ist mein Zuhause.
  3. Es tut mir leid, dass ich letztes Mal nach unserem Streit ins Bett gegangen bin, ohne mich wieder mit dir zu vertragen. 
  4. Bitte lass mich nie wieder so lange und ohne Kontakt gehen. 

Schauen wir also, wie mein Weg weitergehen wird. Zuversichtlich bin ich durchaus und ich habe auch schon wieder ein weiteres Glückskleeblatt gefunden. Dieses Mal zuhause. 

Zentren für Vipassana und Infos sowie Kursorte und -daten findet man unter www.dhamma.org

Die Kurse sind kostenfrei und das System trägt sich auf freiwilliger Spendenbasis.

Erfahre in dieser Folge mit Biobauer Amadé Billesberger:

  • Was man seinem Körper schon am Morgen Gutes tun kann
  • Wie man ein Biobauer werden kann und auch hilfreiche Tips für alle Hobbygärtner oder die, die es werden wollen =)
  • Warum „Regionalität“ beim Essen und Einkaufen nicht ausreichend ist
  • Wie sich konventionelle Produkte sich bis auf die Zellstruktur auswirken
  • Rawfood, kein Getreide, zuckerfrei, vegan… Was ist nun gesund und wichtig, was nicht und wie es sich auf den Körper auswirkt.
  • Warum man sich sein Essen nicht wieder erwärmen sollte.
  • Warum Fett nicht fett macht.
  • Warum es uns so schwer fällt, uns gesund zu ernähren.
  • Welche Top 3 an Lebensmitteln man unbedingt in sein Leben integrieren und welche drei man unbedingt weglassen sollte.
  • Wie man sein Leben plastikfreier gestalten kann.
  • Worauf man beim Kleiderkauf achten sollte.
  • Wie jeder ein resourcenschondenderes und nachhaltigeres Leben führen und womit man wirklich einen Unterschied machen kann.
  • Und vieles mehr…

Weiterführende Links:

Bücher:

Sehenswerte Filme:

Wo es Billesberger Produkte gibt (keine vollständige Aufzählung):

  • Hofladen am Billesberger Hof: Samstags von 10 bis 13 Uhr
  • Domagk Markt (alle 14 Tage)

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com