My body is my temple – 5 Gründe, deinen Körper (noch) mehr zu lieben.

In Zeiten von durch Social Media verursachter Unzufriedenheit mit uns selbst, grenzenloser Selbstoptimierung sowie Gesundheits- und Lebensmittelskandalen, möchte ich eine Lanze für unseren wunderbaren, endlos intelligenten und starken Körper brechen. Jeder möchte heutzutage schöner, klüger, schneller und einzigartiger sein. Doch der Körper bleibt dabei oft auf der Strecke. Völlig zu Unrecht! Ein Loblied auf unseren Körper:

1. Dein Körper weiß und kann alles. 

Unser Körper ist ein Biocomputer. Er weiß wann er schlafen und aufwachen soll, wann es Zeit ist auf die Toilette zu gehen. Er behält konstant eine Temperatur von 37 Grad, repariert und heilt sich selbst bei Verletzungen. Er spaltet Essen in verfügbare Energie und Nährstoffe auf. Unser Herz setzt keinen Schlag aus und unsere Lungen nehmen jeden Atemzug. 

Unser Körper ist dauernd damit beschäftigt, Informationen zu verarbeiten und die Umgebung zu beobachten, um nötige innere Anpassungen vorzunehmen, die uns dabei helfen, im Gleichgewicht zu halten.

Er will einen Zustand der Homöostase, den Zustand des Gleichgewichts. Unser Körper möchte gesund sein. Gibt es an der einen Stelle einen Mangel, versucht er ihn andernorts auszugleichen. Und um ihm diesen Zustand zu erleichtern, müssen wir ihm nur zuhören. 

2. Dein Körper spricht mit dir. 

Eigentlich die ganze Zeit. Wenn du gesund bist, sagt er uns: Mach weiter so! Wenn wir krank sind, dann möchte er uns sagen: Halt, etwas stimmt nicht mit mir. Bitte ändere etwas!

Genauso ist es bei bestimmtem Verlangen nach etwas. Viele Menschen sehen sie als Schwächen, aber oft sind sie wichtige Nachrichten deines Körpers, die dich dazu bringen sollen, ihn in Balance zu halten. Wenn du also ein Verlangen verspürst, geh ihm auf den Grund und frage dich: „Was will mein Körper mir sagen? Fehlt mir vielleicht etwas?“ Das beste und einfachste Beispiel: Wir sind müde. Was tun wir dann oft? Wir trinken Kaffee. Doch Kaffee führt nicht dazu, dass unser Körper wacher wird. Er überdeckt nur diesen Zustand durch Koffein. Die Müdigkeit bleibt bestehen. Wie wäre es also einfach mit mehr Schlaf?

Gesundes Essen spielt in der Kommunikation mit unserem Körper eine Hauptrolle. Allerdings wird Essen heutzutage oft instrumentalisiert, um das zu bekommen, was man will. Um den Körper zu bekommen, den man will. Um dann dadurch wiederum etwas anderes zu bekommen: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Wertschätzung, mehr Liebe. Und manchmal artet diese Selbstoptimierung derartig aus, dass es am Ende ins Gegenteil umschlägt. Wir fühlen uns schwächer und unser Körper zeigt vielleicht sogar Mangelerscheinungen wie fahle Haut, trockenes Haar oder brüchige Nägel.

Unser Körper sagt uns stets genau, worauf wir besonders achten sollen. Wir müssen seine Signale nur wahrnehmen. Und dankbar dafür sein, dass er so klar mit uns spricht.

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3. Dein Körper ist dein Freund. Er will, dass es dir gut geht. 

Was uns hierbei oft fehlt ist Verständnis und Mitgefühl. Und ich spreche nicht unbedingt von Verständnis und Mitgefühl untereinander. Ich spreche von Mitgefühl und Verständnis gegenüber uns selbst.

Unser Körper wird oft zum Leidtragenden, weil wir unsere Gefühle und Schmerzen unterdrücken. Immer schneller und weiter und extremer soll es sein. 

Doch unser Körper ist unser Freund, nicht ein Diener und erst recht keine Maschine. 

Warum behandeln wir ihn also oft wie einen ungeliebten Anhang? Wie die nervige Tante, die einfach nicht das Reden aufhört. Warum hören wir nicht auf ihn, wenn er uns etwas sagen möchte?

Einem Freund, der uns seine Sorgen anvertrauen und erzählen möchte, dass es ihm nicht gut geht, dem sagen wir doch auch nicht: „Komm, nimm diese blaue Pille hier und laber mich nicht voll!“

Mit unserem Körper tun wir dies schon. Sobald etwas weh tut, nehmen wir etwas gegen den Schmerz. Damit er möglichst schnell verschwindet. Und ich möchte mich davon gar nicht ausnehmen.

Vor einigen Wochen fühlte ich mich fiebrig, schwach und ausgelaugt. Und war deswegen wirklich sauer auf meinen Körper. Ich dachte mir: Du undankbarer Körper! Ich bin so gut zu dir! Esse gesundes Essen, bin viel im Freien, mache Sport, rauche nicht und trinke nicht, bekomme halbwegs ausreichend Schlaf und es gibt eigentlich keinen Grund, mich jetzt so zu enttäuschen. Mir war den ganzen Tag kalt. Meine Füße fühlten sich an wie Eisklötze. Folgender Gedanke ging mir ständig durch den Kopf: „Mein Körper darf nicht krank sein!“ Allein die Formulierung spricht schon Bände. Ich sprach und dachte über meinen Körper in der dritten Person. Als würde er gar nicht richtig zu mir gehören. Wie ein „Fremd-Körper“. 

4. Dein Körper vergibt dir vieles. Eigentlich fast alles.

Am Abend telefonierte ich dann mit einem Freund, mit dem ich zusammen die Ausbildung zum Coach gemacht hatte. Er begleitete mich durch eine Runde „The Work“. Und wie immer war es wie ein kleines Erleuchtungserlebnis für mich. Ich bemerkte, dass ich mich und meinen Körper nicht als Einheit wahrnahm, sondern als etwas, das mir gefälligst zu dienen und gehorchen habe. Plötzlich überkam mich eine Welle des Mitgefühls für meinen Körper. Dass er ständig versuchte, mir etwas zu sagen. Und ich – anstatt ihm zuzuhören – ihm ständig ins Wort fiel und ihn als undankbar bezeichnete. Es tat mir wirklich im Herzen weh, dass ich mich selbst so behandelt hatte. Ich empfand meinen Körper endlich zusammen mit Herz, Kopf und Seele als eine Einheit. Und da passierte etwas ganz wundersames: Innerhalb von Sekunden (!) wurden meine Füße ganz warm. Und am nächsten Tag wachte ich völlig gesund auf. 

(Wenn du mehr über das Prinzip „The Work of Byron Katie“ erfahren möchtest, so habe ich hier ein wunderbares Interview mit Ralf Heske für Dich.

5. Dein Körper gehört mit Grund zu Dir. 

Ich persönlich denke, dass das Universum jedem von uns den richtigen und für uns passenden Körper gibt. Den Körper, den wir brauchen, um die Entwicklung durchzumachen, die wir in diesem Leben durchmachen sollen. 

Mit einem kranken Körper geboren zu werden oder im Laufe des Lebens krank zu werden, ist sicherlich nicht leicht. Wenn man an einen eher spirituellen Ansatz glaubt, wie ich das tue, so braucht unsere Seele genau diese Inkarnation in genau diesen Körper. Um etwas zu erfahren oder zu überwinden und letztendlich weiterentwickelter aus diesem Leben zu gehen. Ich kenne sogar viele Menschen, die über sich und ihre (überwundene) Krankheit sagen: Die Krankheit ist das Beste, das mir je passiert ist. Durch sie lebe ich viel bewusster und habe mein Leben komplett zum Besseren umgekrempelt. 

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Also: Sei gut zu deinem Körper.

Das beginnt bei den Dingen, die du deinem Körper gibst. Und hier sind wir wieder bei Ernährung. In Zeiten, in denen beispielsweise Bayer-Monsanto von unzähligen Klagen krebskranker Menschen konfrontiert wird, findet allmählich ein Umdenken statt. Allerdings ist es auch nur ein langsames Umdenken. 

Die Zahl der Ökolandbaubetriebe und ihre bewirtschaftete Fläche haben seit Mitte der 1990er Jahre langsam und stetig zugenommen. 2017 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 8,2 %.

Zwar sind imposante Zuwachsraten zu verzeichnen (2018 betrug die öko-landwirtschaftlich bewirtschaftete Agrarfläche bereits 8,9% und auch fast elf Milliarden Euro wurden wir Bio Lebensmittel und Bio Getränke ausgegeben), doch beträgt der Anteil von Bio am deutschen Lebensmittelmarkt gerade einmal zehn Prozent. 

Warum ist das so? Liegt es am Preis? Ein Bio-Apfel kostet um die 75 Cent (warum man Äpfel und elf weitere Obst- und Gemüsesorten unbedingt nur in Bioqualität kaufen sollte, kann man hier nachlesen. Schon ein bisschen teuer, oder? Aber cool, da gibts eine reduzierte Handtasche für 299 Euro. Das ist eine Invesition, die trage ich schließlich mein Leben lang.

Den Körper aber nicht?

Deshalb: Sei gut zu deinem Körper und liebe ihn für das, was er dir tagtäglich gibt. Er wird es dir danken. Länger als jede noch so robuste Handtasche. 

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